Keramikgrill

Egg, Ei, Kamado und Keramikei: es gibt viele verschiedene Bezeichnungen für die beliebte Art eines Grills - der schwere Keramikgrill. Die Namen kommen vor allem durch seine markante Eiform zustande. Dabei besteht der Grill aus einer frostfesten und verstärkten Keramik. Der Keramikgrill ist kein gewöhnlicher Holzkohlegrill und verfügt über einzigartige Features, die das Herz jedes Genießers höher schlagen lässt. Ein besonderes Highlight eines Keramikgrills besteht in der Möglichkeit der Regulierung von Abluft und Zuluft, um für das Essen die optimalen Temperaturen bereitstellen zu können. Auf diese Weise entsteht eine besondere Vielfalt an Zubereitungsmöglichkeiten, die kaum ein anderes Gerät mit sich bringt. Mit einem Keramikgrill wird die nächste Grillparty oder der nächste Camping Ausflug mit Sicherheit ein Hit. Dabei eignet sich Keramik als Material sehr gut, da es isoliert und die Wärme ebenfalls reflektiert. In der heutigen Zeit gibt es neben dem Keramikgrill noch viele andere Arten an Grills. Außerdem gibt es unzählige Anbieter an Keramikgrills. Im folgenden Artikel soll es um einen solchen Keramikgrill, seine Funktionsweise und seine Vor- sowie Nachteile gehen. Dies sind insbesondere Tipps für Anfänger, die sich das erste Mal mit diesem Thema auseinandersetzen.

Seinen Ursprung hat der Keramikgrill im ostasiatischen Raum, denn die Technik des Keramikgrills wird bereits seit mehr als 3.000 Jahren praktiziert. Unter dem japanischen Namen ?Kamado? ist die langsame Garmethode schon vor mehreren Tausend Jahren in Erdöfen angewendet worden. Diese Methode Essen und Lebensmittel zu garen, war eine lange Zeit nur im Raum Ostasien bekannt und wurde nur dort angewendet. In den USA und in Europa war diese Methode lange Zeit unbekannt. Erst in den 1950er und 1960er Jahren fanden die Öfen ihre Beliebtheit bei den in Ostasien stationierten US-amerikanischen Truppen, die die Keramiköfen als Souvenirs mit die USA brachten. Oftmals scheiterten die Versuche des Importes eines solchen Ofens aber aufgrund des rauen Meeres, welches auf dem langen Seeweg für viele Brüche der Öfen sorgte.

Erst durch den US-Amerikaner Ed Fisher gelang es, die Keramiköfen von Ostasien nach Amerika zu bringen. Ed Fisher war selbst in Ostasien stationiert und fand einen solchen Gefallen an dieser Garmethode und den dazugehörigen Öfen, dass er im Jahr 1974 das Unternehmen ?Big Green Egg? in Atlanta gründete. Zu Beginn des Unternehmens bezog dieses die Öfen noch direkt aus Japan. Da aber auch durch diesen Import viele Güter auf dem Seeweg zu Bruch gehen, versuchte Ed Fisher den Keramikofen zu revolutionieren. In den 1990er Jahren gelang es ihm durch eine Zusammenarbeit mit der Raumfahrtbehörde eine perfekte Rezeptur zur Herstellung des Keramikofens zu erschaffen. Insbesondere wurde er hier von einem Freund inspiriert, welcher eine Entwicklung von einer leichten, aber dennoch widerstandsfähigen Keramik für die NASA vornahm. Die neue, revolutionierte Struktur von Ed Fisher war sehr fein, aber auch enorm robust und zugleich langlebig.

Die Funktionsweise eines Keramikgrills ist nicht mit der eines herkömmlichen Holzkohlegrills vergleichbar. Der Keramikgrill verfügt durch seine Ei-Form über die Möglichkeit die Zuluft und Abluft je nach Belieben regulieren zu können. Dabei isoliert die Keramik als Material und reflektiert die Wärme. Beim Kochen, Braten, Grillen oder anderen Arten der Kochtechnik wird der Deckel je nach Notwendigkeit geschlossen. Durch das Schließen des Deckels wird innerhalb der Ei-Form ein warmer Luftstrom erzeugt, der das Essen erwärmt. Insbesondere ist wichtig, dass hierbei nur ein kleiner Teil der Luft entweichen kann. Auf diese Weise zirkuliert die Wärme und Hitze um das Essen oder die Gerichte. Da bei einem geschlossenen Grill nur wenig Wärme verloren gehen kann, kann der Keramikgrill die gewünschte Temperatur und Wärme halten. Im Endeffekt kann der Keramikgrill als Heißluftherd bezeichnet werden, der mit Holzkohle befeuert wird. Durch die Kontrolle und Regulierung der Temperatur kann der Garprozess der Gerichte und der Zutaten optimal kontrolliert und angepasst werden.

Als erstes Vorteil sticht vor allem die Vielfältigkeit und die unzähligen Möglichkeiten Essen und Lebensmittel zuzubereiten ins Auge. An diese Mannigfaltigkeit kommt ein herkömmlicher Grill nicht ran. Hier sind vor allem die unterschiedlichen Zubereitungsmöglichkeiten wie grillen, kochen, räuchern, wokken, garen und backen möglich. Damit wird jede Grillparty zu einem Erlebnis puren Genusses.

Die unterschiedlichen Zubereitungsmöglichkeiten sind insbesondere aufgrund der optimalen Regulierung der Temperaturen möglich. Die Hitze im Innenraum lässt sich zuverlässig mit Hilfe des verstellbaren Deckelventils und mit Hilfe des Lüftungsschiebers regulieren. Dabei können Temperaturen zwischen 50 Grad Celsius bis zu 400 Grad Celsius erreicht werden. Außerdem lässt sich die Temperatur durch diese Zuverlässigkeit permanent kontrollieren. Ein weiterer Vorteil besteht hierbei darin, dass die Hitze im Innenraum gleichmäßig bleibt und nicht zu trocken ist. Auf diese Weise gelingt es, dass das Räucher-, das Grill- und das Bratgut nicht austrocknet, sondern saftig bleibt. Dafür sorgen ebenfalls die robusten Keramikwände.

Außerdem ist durch das Abschließen des Raumes, der erwärmt werden muss, mit dem Deckel nur sehr wenig Holzkohle notwendig. Der Keramikgrill lässt sich bequem mehrere Stunden auf einem gleichbleibendem Niveau der Temperaturen betreiben.

Ferner ist ein Keramikgrill aus einer robusten, unempfindlichen und langlebigen Spezialkeramik gefertigt. Diese übersteht nicht nur die enorme Hitze von bis zu 400 Grad Celsius, sondern ebenfalls Minusgrade und rapide Änderungen im Bereich der Temperaturen. Daher kann der Grill ganzjährig eingesetzt werden und auch im Freien stehen gelassen werden. Außerdem erhitzt sich die äußere Oberfläche deutlich weniger als bei vergleichbaren Grills, sodass die Gefahr für Verbrennungen hierdurch sinkt.

Hinzukommend bedarf der Grill eine vergleichbar geringe Pflege, denn der Grill ist nahezu selbstreinigend. Als einzige Reinigungsaufgabe ist lediglich das Entfernen der spärlichen Reste der Asche anzuführen.


Allerdings verfügt der Keramikgrills logischerweise nicht nur über Vorteile, sondern auch kleinere Nachteile werden sichtbar. Als Nachteil fällt als erstes das schwerere Gewicht im Vergleich zu einem gewöhnlichen Holzkohlegrill ins Auge. Das erhöhte Gewicht kann beschwerlich und unpraktikabel sein. Der Keramikgrill wiegt je nach Modell stolze 35kg bis zu 80kg. Ein weiterer Nachteil ist der vergleichsweise hohe Preis, sodass eine Anschaffung und die Investition gut überlegt sein sollten. Allerdings lässt sich hier gleichwohl anführen, dass ein solcher Grill ein wahres Multi-Talent darstellt und dass dieser durch seine Langlebigkeit und Robustheit problemlos mehrere Jahrzehnte genutzt werden kann. Eine Investition in einen solchen Grill ist daher schon lohnenswert.

Heutzutage sind die Keramikgrills auch in Deutschland von den unterschiedlichsten Herstellern und in den verschiedensten Modellen erhältlich. Hierbei sind vor allem die Marken Kamado, Big Green Egg (BGE), Primo oder Monolith bekannt. Dabei erfreut sich vor allem das Unternehmen ?Big Green Egg? einer regen Bekanntheit und Beliebtheit. Sie gilt seit Jahrzehnten unter den Anbietern als Marke mit Kultstatus. Die Grills dieser Marke sind ?evergreen since 1974?. Das ?grüne Ei? versorgt also seine Kunden seit dem 1974 mit den beliebten Keramikgrills. Die Fertigung erfolgt in Mexiko. Dabei bietet BGE seinen Kunden mittlerweile die Grills in den folgenden 7 unterschiedlichen Größen an: ?Mini?, ?Minimax?, ?Small?, ?Medium?, ?Large?, ?XLarge? und ?2XL?. Aufgrund der unterschiedlichen Modelle ist für jeden Kunde das passenden Angebot dabei. Die kleineren Modelle wie der ?Mini? und der ?Minimax? eignen sich hervorragend für unterwegs. Vor allem finden diese beim Camping eine gute Anwendungsmöglichkeiten. Die größeren Modelle eignen sich insbesondere für die Nutzung im Garten und für jegliche Grillpartys. Bei dem Kauf eines BGE erhalten Kunden sogar eine lebenslange Hersteller-Garantie auf Bauteile, die aus Keramik gefertigt sind. Daher zeichnet sich diese Marke vor allem durch ihre enorme Langlebigkeit aus. Hier wird außerdem weiterhin auf die Verwendung von NASA-Keramik Wert gelegt. Hinzukommend werden die Keramikgrills bei BGE regelmäßigen und gründlichen Qualitätskontrollen unterzogen.

Die richtige Verwendung eines Keramikgrills ist für die Zubereitung der Zutaten enorm entscheidend.

Beim Anzünden des Keramikgrills zu beachten, dass dies nicht wie bei einem herkömmlichen Grill erfolgt. Die Kohle wird im Keramikgrill verteilt und lediglich in die Mitte werden zwei bis drei nicht qualmende Grillanzünder gelegt. Diese erzeugen dann eine Glut. Die Glut erzeugt dann eine Hitze, die über 20 Stunden lang zum Grillen, Backen, Räuchern oder anderen Zubereitungsarten genutzt werden kann. Dies ist insbesondere durch den schrittweisen Verbrauch der vorhandenen Holzkohle möglich. Alternativ zur Grillkohle kann ebenfalls ein Heißluftföhn genutzt werden. Dieser sollte für etwa zwei Minuten die Kohle in der Mitte des Grills genutzt werden, sodass infolge der heißen Luft eine Glut entsteht. Nach Entstehung einer Glut wird der Deckel auf den Grill gegeben und gewartet bis die gewünschte Temperatur erreicht ist.

Um nach dem Anzünden des Grills die Temperatur nach oben einzustellen, muss der Deckel geschlossen werden und gleichzeitig das Zuluftventil am Gehäuseboden geöffnet werden. Außerdem muss das Abluftventil am Deckel des Grills ebenfalls offen sein. Durch diese Einstellung gelingt es, dass die Luft in dem Keramikgefäß zirkulieren kann. Durch die Luftzirkulation wird die Glut angefacht. Zur ständigen Kontrolle der Temperaturen im Inneren des Grills befindet sich am Deckel ein Thermometer. Bei der Wahl der optimalen Temperatur sollte immer darauf geachtet werden, dass die perfekte Temperatur zum Grillen etwa 70 Grad Celsius bis zu 80 Grad Celsius über der anvisierten Gartemperatur liegen muss. Dies ist der Fall, weil bei jedem Hochheben des Deckels ein entscheidender Teil der Wärme entweicht und die Temperatur im Garbereich drastisch zu sinken beginnt. Ist die gewünschte Temperatur erreicht, wird diese durch das leichte Verschließen des Zuluft- und Abluftventils im Inneren des Grills gehalten.


Zubehör ist wie bei vielen Geräten und Dingen kein Muss. Allerdings gelingt es mit diesem das Beste aus dem Keramikgrill herauszuholen. Insbesondere wird die Vielseitigkeit und die Flexibilität des Grills gesteigert.

Ein erstes Beispiel für einen nützliches Zubehör ist ein Hitzeschild, welches unter dem Grillrost verwendet wird. Mit einem solchen ist es möglich, dass ein indirektes Kochen der Zutaten oder Lebensmittel verhindert wird. Dies ist möglich, weil das Grillfest eine Barriere zwischen dem Essen und der glühenden Holzkohle schafft. Mit dieser Methode können Sie Ihre Brote und Kuchen in der richtigen Temperatur erwärmen und backen sowie die unterschiedlichsten Slow-Cooking-Gerichte entspannt zubereiten.

Für das beliebte Gericht Pizza gibt es ebenfalls ein enorm nützliches Gadget, welches die Pizza wie aus Italien schmecken lässt. Hierfür kann auf das Rost ein Pizzastein gelegt werden, sodass der Keramikgrill sich in einen Steinofen verwandelt. Somit steht der perfekten Zubereitung einer Pizza nach original italienischer Art nichts mehr im Wege. Auf gleicher Weise kann ebenfalls ein genüsslicher Flammkuchen zubereitet werden.

Die Anschaffung eines hitzefesten und hochwertigen Topfes ist ebenfalls notwendig, um die Lebensmittel und Zutaten kochen oder schmoren zu können. Holzstücke oder Holzchips sind zum Räuchern notwendig. Für das herkömmliche Grillen hingegen genügt ein standardmäßiges Grillrost. Ebenfalls kann aber auch auf ein hochwertiges Gusseisenrost zurückgegriffen werden. Durch all diese Gadgets wird die Vielseitigkeit und die unzähligen Einsatzmöglichkeiten des Keramikofens hervorgehoben. Außerdem können hitzebeständige Wokpfannen, Roaster oder Räucherlachsbretter zusätzlich genutzt werden.
Einen Augenblick bitte...
© 2021 Maennerhelden GmbH
Weiter einkaufen