Zu Hause ist die Abwasserversorgung ganz einfach. Hier verschwindet das gebrauchte Wasser im Abfluss und somit in der lokalen Kanalisation. Die meisten Menschen machen sich dann darüber keine weiteren Gedanken. Beim Wohnwagen jedoch sieht das erheblich anders aus. Wenn die Urlauber nicht gerade auf dem Campingplatz mit dem Fahrzeug an die direkte Wasserver- und -entsorgung angeschlossen seid, sammelt sich das gesamte Schmutzwasser, welches beim Reisemobil als Grauwasser genannt bezeichnet wird, in einem speziell hierfür vorgesehenen Tank im Wagen.
Wo wird das Schmutzwasser aus dem Wohnmobil bzw. dem Wohnwagen entsorgt?
Das in einem Camingmobil anfallende Abwasser wird in verschiedene Kategorien eingeteilt. Dies ist das Grey- und das Blackwater. Dabei ist das Greywater das meistens gar nicht so verschmutzte Brauchwasser, welches über die einzelnen Abflüsse des Wohnmobils, also Wasch- und Spülbecken oder Dusche, in einem eigenen, in aller Regel großen Behälter im Wagen selbst gesammelt wird.
Sammelstellen zur Entsorgung
Die beste und meistens einfachste Art, das Grauwasser wieder loszuwerden, ist das Anfahren einer offiziellen Entsorgungsstelle. Eine solche finden die Camper auf nahezu allen Campingplätzen und auf sehr vielen Stellplätzen. Zudem gibt es sehr viele öffentliche Entsorgungsstellen, die die Urlauber an Piktogrammen erkennen können und die es im Urlaubsland gibt. Positiv ist, dass auch immer mehr Tankstellen den Gedanken an die Umwelt ernst nehmen und Möglichkeiten zur Entleerung anbieten.
Das eigentliche Abwasser einer Toilette des Campingmobils wird als Blackwater bezeichnet. Dieses Wasser wird in einem kleineren Tank im Wagen gesammelt und muss entsprechend alle paar Tage wieder entleert werden. Dies geschieht unabhängig davon, ob eine Entleerung wegen der Menge an Flüssigkeit notwendig ist. Der Stand der Wassertanks wird dabei meist auf einem speziellen Display im Wagen angezeigt, sodass die Urlauber nicht mitrechnen müssen, wie oft gespült oder wie lange geduscht wurde.
Was ist bei der Entsorgung zu beachten?
Die wichtigste Regel bei der Wasserent- und Versorgung ist, dass das Wasser lediglich an dafür vorgesehenen Stellen und niemals in der Natur entsorgt wird. Den geringsten Aufwand hat der Urlauber, wenn dieser auf dem Campingplatz einen speziellen Platz mit ?Full-Hook-Up? verwendet. Hierbei hat er dann alle notwendigen Anschlüsse für das Dumpen bzw. zum Ablassen des schmutzigen Wassers, komfortabel und direkt vor Ort. Wenn keine solche stellplatzbezogene Dump-Station vorhanden ist, kann der Camper den Tank oftmals auch an einer zentralen Stelle auf dem Campingplatz entleeren. Hier kommt es allerdings vor allem in der Hochsaison oft einmal zu langen Wartezeiten. Da beispielsweise Nationalparks keine Möglichkeit zum Dumpen haben, empfehlen wird empfohlen, das Abwasser bei einer möglichen Gelegenheit sauber zu entsorgen und den Tank für das Frischwasser wieder neu aufzufüllen. Im Ausland verfügen manche Tankstellen über entsprechende Stationen, die kostenlos oder gegen eine geringe Gebühr benutzt werden können.
Was ist beim Camping bei der Entsorgung des Grauwassers zu beachten?
Um mögliche Probleme bei der Entsorgung des Grauwassers zu vermeiden, sollten einige Dinge in jedem Falle beachtet werden. Es darf lediglich spezielles Camping-Toilettenpapier verwendet werden, welches sich im Tank einfach und schnell zersetzt. Dies ist das sogenannte RV toilet paper. Zugleich müssen nach jeder Entleerung des Greywater-Tanks besondere Chemikalien zugesetzt werden. Solche Produkte, die es meistens in Form von Tabs gibt, gehören meistens zur Haushaltsausstattung eines Wohnmobils und müssen eventuell für die Reisedauer nachgekauft werden. Nicht jeder Campingplatz-Vermieter ist so großzügig und so muss ebenfalls das Toilettenpapier nachgekauft werden. Das geht sehr gut in den Automobilabteilungen im Baumarkt oder in Supermärkten. Solch charakteristischen Campingbedarf finden die Urlauber teils auch auf größeren Campingplätzen, wenn es in den Shops angeboten wird oder an Tankstellen. Für den Notfall hilft meist ebenfalls die Hilfsbereitschaft und die Solidarität der anderen Camper. Es sollte jedoch darauf geachtet werden, dass das Grauwasser hierdurch die Abflüsse nicht verstopfen kann.
Vor allem Anfänger im Bereich des Campings ist das Dumpen bzw. das Entworgen des Grauwassers neu und ungewohnt, An einer Dump-Station parken die Camper dazu das Wohnmobil neben der Öffnung im Boden. Meistens ist diese Öffnung mit einem separaten Deckel verschlossen, in manchen Fällen liegt auch nur ein Stein hierauf. In solchen Fällen geht es nicht nur darum, Schmutz und Laub aus dem Abfluss zu halten, sondern auch um den Unrat von Tieren, die ansonsten in das System gelangen und hierin verenden könnten. So sollte darauf geachtet werden, die Öffnung im Boden nach dem Dumpen zu verschließen. An den Stationen gibt es dazu meistens viele Tipps. Alles, was zum Dumpen notwendig ist, finden die Camper generell im Fahrzeug. Dies ist der Abwasserschlauch, ein Schlauch für das Frischwasser mit einem passenden Anschluss für die Zapfsäulenn sowie Handschuhe. Letztere sollten unbedingt genutzt werden, denn es kann es gerade bei den ersten Dumpingversuchen dazu kommen, dass dies nicht ganz sauber abläuft. Daher gehören die Handschuhe unbedingt zur Ausstattung dazu.
Der Grauwassertank
Ein Grauwassertank fasst im Schnitt etwa 100 Liter, bei Luxusreisecampern auch erheblich mehr und hier können bis zu einigen hundert Litern gefasst werden. Da es sich um Schmutzwasser handelt, kommt es hierbei recht schnell zu einer Bakterienvermehrung und somit zugleich zu unangenehmen Gerüchen. Diese können sich dann im Wohnmobil verbreiten, und zwar dann, wenn innerhalb der Waschbecken kein geruchsvermeidender Siphon eingebaut ist und die Gerüche damit durch die Leitungsrohre nach oben aufsteigen, schlimmstenfalls während der Fahrt. Wenn so schnell kein Siphon eingebaut werden kann, hilft es, die Abflüsse mit einem geeigneten Stopfen zu verschließen. Es gibt allerdings verschiedene Siphons, die schnell und einfach einfach nachgerüstet werden können. Daher empfiehlt es sich, das Grauwasser nicht zu lange im Tank zu belassen, sondern schnellstens zu entsorgen, nicht nur aus Gründen des Geruchs, sondern auch um nicht zu viel Gewicht mitzunehmen.
Ein Problem kann es je nach Winterfestigkeit des Campingmobils bei Temperaturen unter oder nahe der 0-Grad-Grenze werden, wenn das Abflussrohr des Abwassertanks oder das stehende Wasser im Tank gefriert. Für sehr kalte Nächte empfiehlt es sich in diesen Fällen, den Abfluss einfach offen zu lassen und zum Beispiel eine flache Wanne unterzustellen. Diese muss allerdings überwacht und in regelmäßigen Abständen entleert werden. Weil das gebrauchte Grauwasser meist noch recht warm ist, fließt es auf diese Weise direkt durch den Tank in die Auffangwanne und kann ? wenn die Temperaturen nicht zu kalt sind ? danach ablaufen.